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Donnerstag, 8. Juni 2017

GEPRESSTE BLUMEN

Gepresste Blumen erinnern
an den schönen Sommer
so wie Reliquien aus dem Leben es tun werden,
verstaubt, vergessen
in kleinsten Regalfächern,
hervorgekramt und liebevoll beschaut,
einen Moment zärtlich erinnernd
dessen, was an die tote Blume
gebunden und konserviert,
für immer gefangen,
Farbe verlierend, leise
sterbend.

Sonntag, 4. Juni 2017

REGEN


Draußen prasselt der kühle Regen, 
und die Bäume senken schwermütig ihre Kronen,
ich schwimme in einer grauen, trüben Zone
und möchte dich in meinem Leben. 

Ich möchte mit dir schweben, 
durch den Sommer, 
durch das Leben,
doch der einzige, der mich hört, 
und sich über mich empört,
ist mein Freund, der Donner. 










Dienstag, 2. Mai 2017

GRENZEN

"Aber es gibt auch jeden Moment die Möglichkeit zu sterben, deshalb ist es auch irgendwie dumm sich Grenzen zu setzen, denn vielleicht stirbt man sogar an den Grenzen, die man sich selbst gesetzt hat aus Vernunft oder was auch immer. Oder das Leben hat selbst keinen Wert und ist deswegen schon der Tod. Denn was für eine schreckliche Vorstellung ist es doch, langsam an seinen eigenen Grenzen innerlich abzusterben, sich selbst abzutöten an seinen Schutzmauern, die man sich errichtete. Können sie einen vom Kämpfen abhalten oder ist das vielleicht auch gut so, dass sie das tun? Denn unsere Brust aufzureißen, das helle Tageslicht in uns hineinstrahlen zu lassen, sichtbar für alle das, was in uns liegt, kann doch so schmerzen, wenn es auf Unverständnis stößt oder erfolglos bleibt."

Montag, 1. Mai 2017

FREMDER MENSCH

Es fühlt sich so an, als wäre ich bereit. Bereit für was auch immer, aber wieder bereit. Mein Herz ist offen, endlich wieder gänzlich offen, so weit, so wunderbar,
In letzter Zeit habe ich mich innerlich eingeigelt, ohne es wirklich zu bemerken war ich verschlossen, heimlich ein wenig unglücklich, ein wenig verloren, aber ganz still und leise, so dass ich es selber gar nicht so recht bemerkte.
Doch dann öffnet sich eine Tür, ein fremder Mensch zieht dich in seine Welt, in eine andere, fremde Welt für einen Abend, dieser Mensch und diese Welt werden dir auch fremd bleiben, doch allein ihre Existenz eröffnet dir Welten, zeigt dir, dass es so viele Welten gibt in dieser einen, so viele Nischen und Ecken, in denen du dich heimisch fühlen kannst oder die du für einen Abend besuchen kannst.
Du beobachtest einen Abend lang von außen eine fremde Welt und plötzlich bist du wieder heimisch in dir.
Danke fremder Mensch! Ohne es zu bemerken, hast du mich befreit, endlich.

Freitag, 28. April 2017

ALLEINSEIN (WIRR WARR GEDANKEN)


" We Went out to play for the evening
We wanted to hold onto the feeling
Of the stretch in the sun
And our breathlessness as we run
To the beach endlessly
As the sun creeps up on the sea"

Ich möchte euch von meinen Gedanken erzählen. Sie drehen sich um das Alleinsein und inwiefern es eigentlich gut ist, Sinn ergibt oder von einer Wichtigkeit für unser Leben als Individuum und besonders zu unserer Ausbildung zu so einem Individuum ist.
Anlass: Gestern war ich allein auf dem Konzert der wunderbaren Lisa Hannigan und mir fiel auf, dass ich neben einem Mädchen die einzige dort war, die allein auf diesem Konzert war, nur mit sich. Hat das Alleinsein meine Erfahrung dort geschmälert, war sie deswegen schlechter, farbloser oder langweiliger?
Ich bin ein Mensch, der viel allein ist und ich tue das aus einem Trieb, wohl eher einer Notwendigkeit, heraus, etwas in mir befiehlt mir zu Zeiten allein zu sein und befürwortet auch meine eigenständig ausgewählten Tage nur in Gesellschaft von mir selbst, ohne das mein Inneres es mir ans Herz gelegt hätte.
Alleinsein bedeutet für mich Schweigen und Entspannung, eine Art Zustand des "Nichts Sein-" oder "Präsentieren müssens". Wichtig dabei: Ich muss nicht reden zu jemand anderem, Selbstgespräche, die ich seit meinen Reisen alleine durchaus einmal ausgedehnt führe, zählen für mich eher zu der Kategorie "Nachdenken", sie sind Gedanken, nur in Worten. Aber ich muss nicht reden, ich muss nicht denken, nichts muss ich. Doch trotzdem bin ich gleichzeitig mein größter Kritiker und Förderer, ich unternehme viel allein, bin unterwegs, schaue mir die Welt an allein, stehe selten still. Oft habe ich das Gefühl, dass man Tätigkeiten nur vor sich selbst rechtfertigen kann, wenn man sie mit einem anderen Menschen unternimmt, zum Beispiel einen Spaziergang machen oder einen Kaffee trinken. Anfangs fühlte es sich komisch für mich an, allein durch Straßen zu streifen, ohne ein Ziel, das meinen Streifzug rechtfertigen würde oder allein in einem Kaffee zu sitzen, ohne auf jemanden zu warten, der sich verspätete. Mein Alleinsein liegt nicht daran, dass ich niemanden habe, mit dem ich meine Zeit teilen könnte oder in diese Ausstellungen oder Konzerte gehen könnte, ich habe Freunde, die ich liebe und deren Gesellschaft ich schätze, doch manchmal soll es einfach nicht sein, ich habe solche Tage und Zeiten. Und ich brauche diese Zeit, denn für mich ist es die Zeit, die mich ausbildet zu dem Individuum, das ich bin oder sein werde. Denn wenn ich stets alles mit anderen mache, was bin ich denn dann, wenn ich allein bin? Wer bin ich in meiner "Reinform"? Oder was habe ich dann zu erzählen, was nur meins ist? Stets erlebe ich doch alles "unrein", ich erlebe es durch die Augen der Menschen mit denen ich bin, ihre Meinung und ihr Eindruck fließt sofort mit meinem zusammen, gibt es dann überhaupt "meine Sicht"?
Ich habe keine Angst vor Langeweile, vielleicht aber Angst davor von mir selbst gelangweilt zu sein. Und andere Menschen können mich von dieser Angst ablenken, mich aber nicht von ihr befreien. Das ist mein einziger Anspruch an mich selbst: Nie von mir selber gelangweilt zu sein. Und das ist wohl doch manchmal ein hoher, aber es treibt mich an. Zu Hause, wie auf Reisen oder bei Entscheidungen, ist es das, was ich oft verteufle und das, was mich ausmacht.

Freitag, 7. April 2017

DRIP DROP

"Sometimes a heart must bleed.
Even the freest, purest and happiest of hearts must from time to time slowly fill up the ribcage with the blood of suffering, dripping from little slashes in the flesh.


It is okay. Make yourself a tea and mend your heart. "


Montag, 20. März 2017

GEISTER


Habt ihr schon einmal überlegt, wie viele Leben ungeboren und ungelebt wir während unseres Lebens hinter uns lassen? Wie viele Möglichkeiten und Abzweigungen wir zu Gunsten anderer Wege links liegen lassen, gänzlich ungelebt und voller weiterer Weggabelungen, an die wir gar nicht erst jemals gelangen werden? Wie anders wir sein könnten, wenn wir die Ubahn gestern Abend doch noch bekommen hätten, vor 3 Monaten nicht verschlafen hätten oder uns nicht spontan entschieden hätten in diesem einen bestimmten Café einen Kaffee trinken zu gehen? Wenn, wenn, wenn... Es sprengt meinen Kopf, wie vielschichtig mein Leben ist und was für eine winzig dünne Schicht mein eigentliches, echtes Leben nur repräsentiert. Es ist als würden wir Geister mit uns schleppen, Geister unserer Selbst, Geister unserer tausend toten Leben.




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